Am Dienstagabend kam es auf der Bismarckstraße zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein 13jähriges Kind schwer verletzt wurde. Das Mädchen war vom Bahnhof auf dem Weg nach Hause, als es beim Überqueren der Straße von einem Renault erfasst wurde und über die Windschutzscheibe geschleudert wurde. Nun liegt es mit Beinbrüchen und Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma im Krankenhaus.
Damit wurde leider auf tragische Weise wiederholt deutlich, warum die Anwohner gemeinsam mit dem Heimatverein Niedersedlitz sich Anfang des Jahres für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone rund um die Niedersedlitzer Schule eingesetzt hatten. Anfang Mai wurde die verkehrsberuhigte Zone auch eingerichtet - jedoch entgegen dem ursprünglichen Vorhaben ohne die Bismarckstraße.

Die Stadtverwaltung ist der Meinung, auf der Bismarckstraße ist schnelles Fahren notwendig – sie spricht von flüssigem Verkehr – um die Gewerbebetriebe mit leistungsfähigen Vorfahrtsstraßen anzubinden. Die Begründung ist dahingehend fadenscheinig, als dass Gewerbetriebe an der Bismarckstraße erst jenseits der Reisstraße ansässig sind - die Tempo-30-Zone jedoch nur bis zur Reisstraße reichen sollte. Eine Zufahrt von der Autobahn oder B172 über den Langen Weg zu den Firmen an der Bismarckstraße wäre also ohne weiteres möglich. Stattdessen besteht der Verdacht, dass die erst kürzlich sanierte Bismarckstraße nicht durch Geschwindigkeitsbeschränkungen entwertet werden soll. Bleibt abzuwarten, ob der jüngste Unfall die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum Umdenken bewegen kann, oder ob freie Fahrt für freie Bürger dort höher eingestuft wird, als die Gesundheit und Unversehrtheit der Kinder und aller Anwohner.
Anwohner und Heimatverein geben sich mit der jetzigen Lösung nicht zufrieden. Es gibt inzwischen Überlegungen die Gefahrenstelle mit einer Fußgängerampel und abschnittsweiser Geschwindigkeitsbeschränkung zu entschärfen.

 

 

 

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