Von der Öffentlichkeit unbemerkt wurde Anfang Februar auf der Straße des 17. Juni ein eher unscheinbares Haus abgerissen, dessen historische Bedeutung weitgehend unbekannt ist. Der insbesondere unter Karl May Freunden bekannte Verlag H.G. Müchmeyer zog 1904 von Dresden nach Niedersedlitz an eben genau diese Stelle. Der namensgebende Verleger Münchmeyer war zu diesem Zeitpunkt bereits schon lange verstorben, der Verlag wurde von Adalbert Fischer geführt. Dieser wurde vor allem deshalb berühmt, weil er Werke von Karl May als Kolportageromane auflegte – heute als Fischer-Ausgabe bekannt, über deren Herausgabe er mit May in Streit geriet. In einer Übereinkunft beschlossen beide ein gemeinsames Buchprojekt und brachten „Erzgebirgische Volksgeschichten“ heraus.

In der Folgezeit brachte der Verlag , später als Verlag „Das Vaterhaus“ und „Schuster&Co“, noch bis in die 1940er Jahre vor allem zahlreiche Romanhefte und Trivialliteratur auf den Markt, die sich noch heute in großem Umfang im antiquarischen Handel und einschlägigen Verkaufsportalen finden lassen. Zu DDR-Zeiten gehörte das Gebäude zum Sachsenwerk und zuletzt wurde es von einem Autohandel genutzt.

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