… bevor es auf der Heidenauer Straße Tempo 30 vor der Kita „Sonnenschein“ gibt. So könnte man, das Ergebnis der Untersuchung zur Verkehrssicherheit zusammenfassen, die der Stadtrat bei der Oberbürgermeisterin vor knapp einem Jahr in Auftrag gegeben hatte.
Zu verschiedenen Zeitpunkten wurden dazu im vergangenen Jahr dort Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass „der Verkehrsablauf … den Verkehrssicherheitsanforderungen in vollem Umfang gerecht wird“ – wie es im feinsten Amtsdeutsch heißt. „Massive oder gehäufte Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden … nicht festgestellt“ heißt es weiter – obwohl die Messungen ergaben, dass zahlreiche Fahrzeuge – direkt vor der Kita - mehr als 20 km/h zu schnell fuhren. Desweiteren konnte „häufiges ungesichertes Laufen von Kindern auf die Fahrbahn“ nicht festgestellt werden, bis wenigstens 2004 zurückgehend kein Unfall mit Kinderbeteiligung registriert werden und „für die Überquerung der Straße genügend große Zeitlücken zwischen den Fahrzeugen beobachtet“ werden. Im Übrigen lägen der Behörde keine Berichte über gefährliche Verkehrssituationen vor.

Stattdessen wird auf die Verwaltungsvorschrift zur StVO verwiesen, in der es heißt „Geschwindigkeitsbeschränkungen … sollen … angeordnet werden, wenn Unfalluntersuchungen ergeben haben, dass häufig geschwindigkeitsbedingte Unfälle aufgetreten sind.“ Auf Deutsch: Erst muss es ein paarmal krachen … Da das bisher nicht der Fall war und die Beamten der Meinung sind, die baulichen Gegebenheiten lassen auch gar keine überhöhten Geschwindigkeiten zu – wurde nicht nur eine Tempo-30-Beschränkung aus Luga kommend abgelehnt, sondern auch noch festgelegt, das bis dahin existierende Tempo-30-Schild in östliche Richtung zu entfernen!
Und nicht nur das! Weil vor dem Kita-Ausgang ein Geländer vorhanden ist, und die Kita vorsorglich das Tor zum Kita-gelände mit einer mechanischen Sicherung versehen hatte – sah die Behörde auch das bis dahin existierende Warnschild „Kinder“ als „nicht erforderlich“ und hat dessen Entfernung angeordnet!
Eine veränderte Verkehrsführung über den Ersatzneubau der Lockwitztalbrücke am Bahnhof wird mangels finanzieller Mittel auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben und die Umleitung des Busverkehrs als nicht notwendig erachtet.
Fazit: Selbst Schuld, wenn Kita und Eltern bisher alles dafür getan haben, dass ihre Kinder bislang nicht unter die Räder gekommen sind …

  • Ihre Werbung auf Niedersedlitz-Online

  • Heimatverein Niedersedlitz