Nicht alles gut, nicht alles schlecht. Die Perspektiven historischer Gemäuer in Niedersedlitz könnten unterschiedlicher nicht sein.
Wann denn die Pläne zur Sanierung und Erweiterung der Niedersedlitzer Schule veröffentlicht werden, fragte eine besorgte Nachbarin. In diesem Fall ist es anders als sonst allzu oft – die Gelder sind bestätigt und stehen zur Verfügung. Die Planungen sind jedoch noch nicht öffentlich. Es wurde auf den üblichen Ablauf solcher Genehmigungsverfahren verwiesen, bei dem es zu Vorlagen in Stadtratsausschüssen und Ortsamt kommt und selbstverständlich auch die betroffenen Nachbarn rechtzeitig angehört werden. Alle bisherigen Schulgebäude stehen unter Denkmalsschutz und so wird die geplante Sanierung der Turnhalle und des Schulgebäudes die Baukörper nicht wesentlich verändern können. Auch ein geplanter Neubau als Verbindungsgebäude auf dem Schulhof zwischen Schulhaus und Turnhalle wird die benachbarten Grundstücke kaum beeinträchtigen. Die vermutete Erweiterung der Schule auf 12 Klassen relativiert sich ebenfalls, wenn man bedenkt, dass es zu DDR-Zeiten bis zu 22 Klassen dort gab.

Bestätigt wurden die Baupläne für das ehemalige Hallenbad an der Lugaer Straße und die ehemalige Matratzenfabrik an der Sportplatzstraße. Beide Gebäude sollen als Wohngebäude zu neuem Leben erweckt werden. Ein anwesender Architekt beklagte, dass er gleiches für die Erhaltung der ehemaligen Gaststätte „Zur Wartburg“ an der Bismarckstraße plane, eine Baugenehmigung dafür jedoch mit Verweis auf die Lage im Gewerbegebiet verweigert wird. Wegen eines laufenden Einspruchverfahrens wurde das Thema jedoch nicht weiter verfolgt.
Weniger Hoffnung gibt es für den ehemaligen Gasthof „Zum Goldenen Löwen“. Die Ruine verfällt weiter, ein Gast berichtete von herabfallenden Glasscheiben. Der Verwaltung sind jedoch die Hände gebunden - das Gebäude befindet sich in Privatbesitz, für die Erhaltung sei der Eigentümer zuständig. Nur wenn Gefahr in Verzug sei, könnten Sicherungsmaßnahmen angeordnet werden. Ortsamtsleiter Lämmerhirt berichtete, dass die Schutzüberdachung des Fußweges erst kürzlich erneuert worden sei.
Gleiches gilt für das Bahnhofsgebäude und den Komplex der Malzfabrik. Wolfgang Krusch vom Heimatverein Niedersedlitz berichtete, das Bahnhofsgebäude gehöre einer Luxemburger Investmentgesellschaft und in der Malzfabrik seien zwar hin und wieder Personen mit großen Plänen anzutreffen, ihm erscheinen die Arbeiten jedoch wenig planvoll und zielgerichtet für die Erhaltung des Gebäudeensembles.

  • Ihre Werbung auf Niedersedlitz-Online

  • Heimatverein Niedersedlitz