Eine Jahrhundertflut heißt Jahrhundertflut, weil sie jetzt in jedem Jahrzehnt kommt? Nachdem der Lockwitzbach im August 2002 halb Niedersedlitz geflutet hatte, sprachen alle von einem Ereignis, dass statistisch einmal in hundert Jahren auftritt. Na so ist das eben mit der Statistik, bereits 11 Jahre später war es wieder soweit!
Nach einem total verregneten Feuerwehrfest-Wochenende - dem bereits die ganze Woche ein nicht enden wollendes Regentief vorausging – wälzte sich eine gewaltige Wassermasse ins Tal. Diese Wassermasse konnte der Lockwitzbach nur mit Ach und Krach aufnehmen. Bereits am Sonntagabend war das Bachbett voll und die unmittelbaren Anwohner machten sich auf das Schlimmste gefasst. Mit Sandsäcken und allerlei Barrieren versuchten sie ihre Grundstücke und Häuser zu schützen. Währenddessen pilgerten zahlreiche Schaulustige durch Niedersedlitz und ergötzten sich an dem Naturschauspiel.

Als dann in der Montagnacht der Hochwasserscheitel Niedersedlitz passierte, kriegten die Wassermassen jedoch im Bereich der Randsiedlung wieder - wie schon 2002 - die Kurve nicht und flutete den unteren Teil der Windmühlenstraße. Im weiteren Verlauf machte die braune Brühe den Kreisverkehr unpassierbar und floss die Reisstraße hinab, um sich in der Eisenbahnunterführung zu sammeln.
Mehr Glück hatten die Anwohner an der Dorfstraße, der Bahnhofstraße und der Lungkwitzer Straße. Dort reichte das Bachbett mit Müh und Not aus – zwar randvoll und kaum noch Platz unter den Brücken, kam es dort, im Gegensatz zu 2002, nicht zu nennenswerten Überflutungen. Sogar die Unterführung am Bahnhof blieb diesmal verschont.
24 Stunden später war der Pegel schon wieder deutlich gefallen und während Presse, Rundfunk und Fernsehen anfingen von einer neuen Jahrhundertflut zu berichten, war in Niedersedlitz der Spuk schon wieder vorüber …

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