Der Heimatverein Niedersedlitz veranstaltet gemeinsam mit dem Dresdner FDP-Stadtrat Jens Genschmar am 7. November eine Podiumsdiskussion, bei der der Hochwasserschutz speziell für Niedersedlitz thematisiert werden soll.
Erst Anfang Juni diesen Jahres war – bereits 11 Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 – in Niedersedlitz wieder Katastrophenstimmung. Nach intensiven Regenfällen führte der Lockwitzbach eine Wassermenge, für die das Bachbett an einigen Stellen nicht ausreichte. Insbesondere die Anwohner der unteren Windmühlenstraße und der Reisstraße waren wieder betroffen, aber auch an der Dorfstraße, der Lungkwitzer Straße und der Bahnhofstraße hatte man sich für das Schlimmste gewappnet. Bereits wenige Tage danach kam es durch Unwetter im Raum Dippoldiswalde bereits wieder zu kritischen Situationen. Erinnert sei hier auch an das letzte Eishochwasser im Februar 2006.

 

Durch das erneute Hochwasser wurde – neben zahlreichen Schäden der betroffenen Anwohner -auch die ohnehin marode Reisstraße weiter beschädigt. Eine längst fällige Sanierung ist jedoch nicht absehbar.
Im Gegensatz zur Elbe verbleibt für den Lockwitzbach zumeist nur wenige Stunden Vorwarnzeit bis das Wasser aus dem erzgebirgischen Einzugsgebiet in Niedersedlitz eintrifft. Über mögliche Alarmstufen wird am einzigen Pegelmesser für den Lockwitzbach in Kreischa entschieden. Insbesondere durch zahlreiche neue Baugebiete in Nickern und oberhalb von Lockwitz, sowie durch die Autobahnbrücke über das Lockwitztal fließt zusätzliches Regenwasser in den Lockwitzbach. Einwohner von Lockwitz fordern deshalb bereits einen weiteren Pegelmesser für den Lockwitzbach im Dresdner Stadtgebiet.
Der Anfang des 20. Jahrhunderts als Hochwasserentlastung gebaute Flutgraben reicht bei derartigen Extremereignissen oftmals nicht mehr aus. Ohnehin teilweise sanierungsbedürftige Brücken engen den Abflussquerschnitt stark ein – ihre Durchflusskapazität liegt deutlich unter dem Abfluss des unverbauten Gewässerbettes.
Eine Studie zum Hochwasserschutzkonzept im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung LTV aus dem Jahre 2005 dokumentiert den ungenügenden Zustand. Als Schutzziel wird ein 100jähriges Hochwasser angegeben, derzeit treten jedoch teilweise bereits bei einem 20jährigen Hochwasser weiträumige Überschwemmungen auf. Dennoch wird seit 2009 die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach von der LTV nur noch mittelfristig gesehen und ohne Priorität verfolgt. Die Stadt Dresden favorisiert den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens am Oberlauf in Verantwortung der LTV und plant deshalb keine eigenen Maßnahmen. Die Standortsuche dafür gestaltet sich jedoch als schwierig und deshalb tritt man seit Jahren auf der Stelle.
Darüber, und über weitere Probleme zum Hochwasserschutz für Niedersedlitz, können die Niedersedlitzer Einwohner und Interessierte mit den geladenen Gästen diskutieren. Zugesagt haben bereits die Abteilungsleiter Uwe Friedrich und Carsten Löwe vom Katastrophenschutzamt der Stadt Dresden. Vertreter vom Umweltamt der Stadt Dresden und der Landestalsperrenverwaltung sind ebenfalls geladen. Moderiert wird die Diskussion durch den Vorsitzenden des Heimatvereins Niedersedlitz Wolfgang Krusch. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in den Räumen der Feuerwehr Niedersedlitz an der Dorfstraße 7-9.

Zur weiteren Information:
- Gewässersteckbrief Lockwitzbach (www.dresden.de)
- Studie Hochwasserschutzkonzept Lockwitzbach 2005 (www.umwelt.sachsen.de)
- Korrespondenz Lockwitzer Einwohner zum Hochwasserschutz Lockwitzbach (www.lockwitz-intern.de)
        Antwortschreiben 2009 von CDU-Fraktion Hr. Böhm-Korn
        Antwortschreiben Landestalsperrenverwaltung 2011

 

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