N 50° 59.911 E 013° 49.328 - mit derart mystischen Zahlenkombinationen im Kopf schleichen sie, betont unauffällig und immer auf der Hut vor unwissenden Muggeln durch Niedersedlitz – auf der Suche nach einen Schatz. Wurde früher mit Karte und Kompass gesucht, so gehen die heutigen Schatzsucher bewaffnet mit mobilen Internet und GPS-Empfängern auf Jagd. Geocaching nennt sich dieses Hobby, das sich nicht nur bei jungen Leuten zunehmender Beliebtheit erfreut.
Und so streifen die Geocacher durch Niedersedlitz auf der Suche nach einem Kugellager am Feldrand, werden zu Sternenguckern auf der Suche nach einem von unten nicht sichtbaren Versteck oder entdecken unbekannte Fußwege nach Niedersedlitz. Man sieht sie, Strommasten, Treppenstufen und Befestigungsschrauben zählend, durch Niedersedlitz ziehen, um daraus die Koordinaten von versteinerten, magnetischen oder gedeckelten Verstecken zu errechnen. Ganz nebenbei verbessern sie dabei ihre Allgemeinbildung, denn um Verstecke in Niedersedlitz zu finden, muss man Bedrich Smetana's bekanntestes Werk kennen, sich mit Supraleitung auskennen und wissen wann die Geschichtsspirale aufgestellt wurde. Und so lernen die Hobby-Schatzsucher quasi im vorbeigehen Details kennen, die selbst manch Einheimischen bisher verborgen geblieben sind.

Geocaching als elektronische Schatzsuche wird in seiner heutigen Form seit der Verbesserung der GPS-Genauigkeit im Jahre 2000 betrieben, sieht seine Ursprünge jedoch bereits bei ähnlichen Zeitvertreiben um 1854. Die Teilnehmer versuchen dabei an bestimmten Koordinaten einen Geocache, einen versteckten Behälter zu finden. Weltweit sind ca. 2,2 Millionen, in Deutschland 300.000 solcher Caches versteckt. Neben traditionellen Caches, bei denen einfach das Versteck an der angegebene Stelle zu finden ist, sind bei Rätsel-Caches Fragen zu beantworten, um aus den richtigen Antworten die Koordinaten des Versteckes zu errechnen. Einer Schnitzeljagd gleicht die Lösung eines Multi-Caches, bei dem man mehrere Stationen aufsuchen soll und an jeder Station Hinweise für den nächsten Abschnitt finden muss. Rücksicht auf die Natur ist dabei oberstes Gebot, das Vergraben der Verstecke ist untersagt, stattdessen werden vorhandene künstliche oder natürliche Hohlräume verwendet. Auch das Übersteigen von Absperrungen ist zumeist nicht notwendig, die Verstecke sind öffentlich zugänglich – Hilfsmittel sind jedoch manchmal notwendig.
Muggel werden im Übrigen von den Geocachern unwissende Außenstehende genannt, die keine Ahnung von dem haben, was sie da treiben. Wenn Ihnen, als Muggel, also wieder einmal jemand verdächtig erscheint, weil er in dunklen Ecken rumkriecht oder im Unterholz verschwindet – keine Panik, zumeist ist es ein Geocacher - auf der Suche nach einem Schatz. Informationen dazu gibt es auf einschlägigen Seiten im Internet.
Und weil bei der Parkpflege der Cache vom Angler am Lockwitzbach schon mehrmals durch unwissende Gartenmuggel entsorgt wurde, ist die Angelzeit in Niedersedlitz nun vorbei, stattdessen ist dort jetzt Pilzzeit. 

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