In der Landestalsperrenverwaltung hat wohl das große Zittern begonnen. Morgen soll die, vom Heimatverein Niedersedlitz organisierte Petition zum Hochwasserschutz am Lockwitzbach dem Sächsischen Landtag übergeben werden. Nach letzten Informationen wird dabei auch der Landtagspräsident Matthias Rößler anwesend sein und die Listen mit den Unterschriften von 725 Unterstützern persönlich entgegen nehmen. Auch wenn das etwas weniger sind, als von der lokalen Presse verbreitet wird, so wurde dennoch das Beamtenmikado offenbar für beendet erklärt – man hat sich bewegt. In einer fast ganzseitigen Aufmachung lässt die LTV am Dienstag die Sächsische Zeitung angesichts der bevorstehenden Petitionsübergabe unter dem Titel „Millionen für den Lockwitzbach" von ihren Heldentaten am Lockwitzbach berichten.

Seit 2002 will man 8,5 Mio. EUR am Lockwitzbach investiert haben, knapp die Hälfte davon in Dresden. Wow, immerhin rund 350 TEUR jährlich für den gesamten Verlauf durch Lockwitz, Niedersedlitz und Kleinzschachwitz. Setzt man großzügig ein Drittel davon als den Anteil an, der auf unseren Stadtteil entfällt, so hätte sich jeder Niedersedlitzer davon auch 2 Kästen Bier kaufen können. Dass die Anwohner angesichts dessen immer noch unzufrieden sind, kann man bei der LTV nicht verstehen. Die Zufriedenheit wird auch nicht größer, wenn man liest, wofür die 8,5 Mio. EUR den Bach runter gegangen sind: Konzepte und Machbarkeitsstudien wurden erstellt, jährlich das Ufer kontrolliert, Bewuchs und Ablagerungen im Bachbett beseitigt, Hindernisse entfernt, Renaturierungen und Baumpflanzungen durchgeführt. Mit nachhaltigem Hochwasserschutz hat das größtenteils wenig zu tun, eher will man uns selbstverständliche Instandhaltungsmaßnahmen als solchen verkaufen. Immerhin will man im Sommer diesen Jahres, schon 12 Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser, so weit sein, festzulegen, welche Schutzmaßnahmen – neben dem allseits bekannten Lungkwitzer Rückhaltebecken - noch nötig sind. Einen Baubeginn zu nennen, so weit will man sich dann doch nicht vom sicheren Ufer entfernen und auch woher die 20 Mio. EUR, die das Rückhaltebecken kosten soll, kommen sollen, kann immer noch keiner sagen.
„Was hat das bisher gebracht?" – fragt die Sächsische Zeitung in ihrem Bericht. Die Antwort fällt den, im letzten Sommer wieder abgesoffenen Anwohnern leicht: Nichts! 

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