In einem Pressegespräch Anfang April hat das Dresdner Umweltamt die Ereignisse des Hochwassers 2013 analysiert und die bisher durchgeführten Flutschutzmaßnahmen präsentiert. Trotz der vielen Flutschutz-Investitionen wurden noch drei verbliebene Schwachstellen auf Dresdner Stadtgebiet erkannt, die noch beseitigt werden müssten. Das Gebiet am Lockwitzbach und dem Niedersedlitzer Flutgraben ist eines davon. Die angrenzenden Gebiete in Niedersedlitz und Lockwitz würden bei Starkregen immer wieder durch den Lockwitzbach überflutet.
Laut der Präsentation des Dresdner Umweltamtes belaufen sich die bisherigen Kosten für den Hochwasserschutz an Gewässern 1. Ordnung in Dresden auf insgesamt 33 Mio. EUR, wovon 18 Mio. EUR auf die Landestalsperrenverwaltung LTV und 15 Mio. EUR auf die Landeshauptstadt Dresden entfallen. Gewässer 1. Ordnung, das sind auf Dresdner Stadtgebiet nur die Weißeritz und der Lockwitzbach.

An anderer Stelle in der gleichen Präsentation heißt es, für den Ausbau der Weißeritz auf Dresdner Gebiet wurden seit 2008 insgesamt 30 Mio. EUR, davon 13 Mio. EUR durch die Landeshauptstadt, ausgegeben. Anders ausgedrückt: Die verbleibende Differenz sind die Investitionen, die für den Hochwasserschutz am Lockwitzbach ausgegeben wurden – das sind gerade einmal 10 Prozent der Summe, die für den Ausbau der Weißeritz aufgewandt wurde, vergleichsweise lächerliche 3 Mio. EUR, wovon nur 1 Mio. EUR auf die Landestalsperrenverwaltung LTV und 2 Mio. EUR auf die Landeshauptstadt Dresden entfallen. Noch am 11. März wollte man uns in einer Veröffentlichung in der Sächsischen Zeitung weis machen, für den Hochwasserschutz am Lockwitzbach hätte allein die LTV seit 2002 rund 8,5 Mio. EUR ausgegeben, die Hälfte davon auf Dresdner Gebiet. Schon damals wurde jedoch deutlich, dass die durchgeführten Maßnahmen zumeist wenig mit nachhaltigem Hochwasserschutz, sondern vielmehr mit normaler Instandhaltung zu tun haben. Selbst die veranschlagten 20 Mio. EUR, um das notwendige Rückhaltebecken für den Lockwitzbach in Lunkwitz zu bauen - für das bisher keine Mittel bereit standen und auch in näherer Zukunft keine Mittel eingeplant sind – erscheinen angesichts der an der Weißeritz ausgegebenen Investitionen in einem anderen Licht.
Die Folgen dieses offensichtlichen Ungleichgewichts beim Einsatz der Mittel für den Hochwasserschutz konnten die Niedersedlitzer im Sommer letzten Jahres live erleben. Während in der Präsentation des Dresdner Umweltamts als Erfolg des vorsorgenden Hochwasserschutzes festgestellt wird, dass 2013 keine Schäden an der Weißeritz auftraten, suchte sich zur gleichen Zeit der überlaufende Lockwitzbach wiederholt seinen Weg durch Niedersedlitzer Straßen und Grundstücke.
Um auf diese Vernachlässigung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit einer Verbesserung in den Fokus der Öffentlichkeit und der Verwaltung zu rücken, hatte der Heimatverein Niedersedlitz Anfang dieses Jahres eine Unterschriftensammlung durchgeführt. Rund 800 Personen haben diese Petition unterstützt, die Mitte März dem Sächsischen Landtag übergeben wurde und dort derzeit bearbeitet wird. 

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