In seiner nächsten Sitzung befasst sich der Ortsbeirat mit den Hochwasserereignissen des letzten Jahres und Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Dazu liegt den Ortsbeiräten der Umweltbericht 2013 zum Junihochwasser in Dresden vom städtischen Umweltamt vor. Ein ganzes Kapitel widmet sich darin der Situation am Lockwitzbach.
Darin heißt es, dass das vorhandene Rückhaltebecken in Reinhardtsgrimma nur etwa 10% des Einzugsgebietes des Lockwitzbaches beeinflussen kann und die mögliche Rückhaltekapazität im Juni 2013 nur zu 25% in Anspruch genommen wurde. Abflüsse aus dem übrigen Einzugsgebiet können derzeit nicht durch technische Anlagen zurückgehalten werden. Ebenso wird festgestellt, dass die Pegelmessstation in Kreischa nur die Abflüsse aus der Hälfte des Einzugsgebietes beschreibt und die Wirkung lokaler Starkniederschläge zwischen Kreischa und Dresden praktisch nicht vorhersehbar sind.

Die Ereignisse hätten gezeigt, dass der Lockwitzbach das Gewässer in Dresden mit dem geringsten Schutzgrad ist, und dringender Handlungsbedarf besteht. Gemäß den aktuellen Modellen wird davon ausgegangen, dass Anfang Juni 2013 in der Spitze knapp 30 m³/s am Abzweig des Niedersedlitzer Flutgrabens ankamen - bei einer Pegelanzeige von 17m³/s in Kreischa, was als 25jähriges Hochwasser (HQ25) eingestuft wird. Das Flussbett des Lockwitzbaches in Dresden ist derzeit nicht in der Lage, solche Abflussmengen zu bewältigen – wie im Bereich der Randsiedlung, der Windmühlenstraße und der Reisstraße deutlich zu erkennen war. Der jetzige Zustand ermöglicht nur den Abfluss eines 10- bis 20jährigen Hochwassers von etwa 20m³/s. Erneut wird auf die Notwendigkeit eines Rückhaltebeckens bei Lungkwitz für den Schutz vor einem 100jährigen Hochwasser verwiesen – dessen Realisierung weiterhin offen ist. Zusätzlich sollen die Schwachstellen für ein HQ25 ertüchtigt werden. Das soll zwischen der Brücke Randsiedlung und dem Niedersedlitzer Flutgraben durch Aufweitung des Bachbettes erfolgen und am Niedersedlitzer Flutgraben durch beidseitige Erhöhung der Uferböschung. Jedoch wird nicht von einer kurzfristigen Umsetzung dieser Maßnahmen ausgegangen. Die Landeshauptstadt Dresden will sich jedoch bei der Landestalsperrenverwaltung nachdrücklich für eine schnellstmögliche Beseitigung der Schwachstellen einsetzen. Darüber hinaus sollen durch das Straßen- und Tiefbauamt im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung die Brücken Prof.-Billroth-Straße, Windmühlenstraße und Sosaer Straße neu gebaut werden und dabei für HQ25 ausgelegt werden. Abschließend wird festgestellt, dass die Anlieger entsprechend dem Hochwasservorsorgeplan bereits ab einem HQ10 bis 20 Eigenvorsorge betreiben müssten. Außerdem fordert die Stadt den Freistaat auf, die Informationslage durch eine weitere Pegelmessstelle an der Stadtgrenze verbessern soll.
Die Sitzung des Ortsbeirates findet am 18. Juni ab 17 Uhr im Bürgersaal des Ortsamtes Prohlis statt. Die Sitzung ist öffentlich - interessierte Bürger können der Beratung als Gäste beiwohnen. 

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