Am 24. Juni findet zum dritten Mal die „Lange Nacht der Industrie" in Dresden statt. Industriebetriebe öffnen ihre Werkstore und präsentieren dabei den Besuchern ihre Produktionsstätten und Erzeugnisse. In organisierten Touren lernen die Teilnehmer an einem Abend jeweils zwei Unternehmen der Region kennen. Eine dieser Touren kommt auch nach Niedersedlitz zu einem Besuch der SBS Bühnentechnik GmbH. Die SBS ist heute eine international tätige Gruppe aus drei Unternehmen. Die SBS Bühnentechnik hat sich dabei auf Theaterbühnenmaschinerie und Bühnensteuerungssysteme spezialisiert. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1874 als Eisengießerei in Dresden-Friedrichstadt von den beiden Schmiedemeistern Dittrich Conrad Kelle und Adolf Hermann Hildebrandt. 1897 kauft die Firma „Kelle & Hildebrandt" ein 90.000 m² großes Grundstück an der heutigen Bosewitzer Straße und eröffnet 2 Jahre später dort die neue Betriebsstätte. Wesentlich für die Standortwahl waren die direkte Lage an der Eisenbahnlinie nach Bodenbach und ein Gleisanschluss an den nahegelegenen Bahnhof Niedersedlitz. Obwohl genaugenommen auf Großlugaer Flur gelegen, wird das Unternehmen fortan Niedersedlitz zugerechnet. Der erste Auftrag im Theaterbau wird 1900 für die Dresdner Semperoper ausgeführt. Nach Kriegsende folgten Enteignung, Demontage und Verstaatlichung – in der Folgezeit firmierte das Unternehmen als SBS Sächsischer Brücken- und Stahlhochbau, erst als volkseigener Betrieb, jetzt als GmbH und ist heute als kompetenter Komplettanbieter von Bühnentechnik in den Theaterhäusern dieser Welt bekannt.
Nach dem Besuch der SBS Bühnentechnik GmbH fahren die Teilnehmer der Tour übrigens nach Coschütz-Gittersee und besuchen dort die Wittur Electric Drives GmbH – ebenfalls ein Unternehmen mit Niedersedlitzer Vergangenheit. Die Firma ist ein Nachfolgeunternehmen des in den 1980ern und 1990ern an der Niedersedlitzer Straße beheimateten Elektromotorenwerkes, das dort unter wechselnden Namen u.a. als VEB Niles Stellantriebe Dresden und als System Antriebstechnik GmbH firmierte – bevor es 1998 in die neugebauten Fertigungsstätten am jetzigen Standort wechselte.
Für die Teilnahme an den Firmenrundgängen musste man sich im Vorfeld bewerben. Seit Wochen sind dabei alle Plätze ausgebucht und die Teilnehmer wurden unter den Bewerbern ausgelost. 

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