Ndsol News20140804 01 Still und abgeschieden liegen die Dankelmann-Teiche zwischen wild gewachsenem Gestrüpp und illegalen Müllablagerungen. Einst hatte sie Alwin Dankelmann für den Betrieb seiner Kunstmühle an der Mühlenstraße anlegen lassen. Auf dem Feld daneben wird seit Jahren Getreide angebaut, gelbe Getreidestoppeln sind alles, was ein Mähdrescher vor einigen Tagen dort zurück lies. Einst war hier, am ehemaligen Wiesenweg, Niedersedlitz' erster Sportplatz - bis dieser nicht mehr ausreichte und in den 1930ern der noch heute existierende Platz am Narzissenweg gebaut wurde.
Wenn es nach dem Heidenauer Lars Kühnel geht, ist es mit der Abgeschiedenheit zwischen Lockwitzbach und Mühlgraben bald vorbei. Er plant auf dem ca. 10 ha großen Gebiet Deutschlands größtes Angelparadies – eine Anlage mit 6 neuen Teichen, aus denen zahlende Angler die fangfertig ausgesetzten Fische an Land ziehen können. Aufzucht von Fischen soll es hier keine geben. Rund um die Uhr ein traumhaftes Angelvergnügen, Angeln bei Tag und Nacht, keine Schonzeiten und keine Fangbegrenzung – den Anglern werden wahrhaft paradiesische Zustände versprochen. Dazu sollen überdachte Angelplätze, ein Imbiss, Räucherplatz, Köderverkauf, ein Kinderteich und später auch Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. Dafür will er dort eine siebenstellige Summe investieren und vorerst 5 Arbeitsplätze schaffen. Einer Marktanalyse zufolge bestehe ein Potential von jährlich 200.000 Anglern, er selbst rechnet vorerst mit 20.000 im Jahr. Erste Interessenten sollen schon da gewesen sein, obwohl die Anlage bisher nur auf dem Papier existiert.

Das Gebiet auf dem das Angelparadies entstehen soll, wird von der Stadt Dresden als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen, wofür das sächsische Wassergesetz eine ganze Reihe von Restriktionen und Vorschriften bereithält. Nach Auffassung des Investors jedoch alles kein Problem, seinen Angaben zufolge arbeitet er eng mit der unteren und der oberen Wasserbehörde von Stadt und Land zusammen und in den Ämtern sei man von seinem Projekt sehr angetan. Auch den Anglerverband und den Naturschutzbund habe er mit im Boot. Deshalb ist er optimistisch, demnächst die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten und wie geplant mit den groß angelegten Baumaßnahmen beginnen zu können. Im Umweltamt der Stadt Dresden ist man da deutlich zurückhaltender, da will man von bereits vorliegenden Anträgen nichts wissen. Dort erwartet man in nächster Zeit erst die Vorstellung des Vorhabens und will den Investor dann über gesetzliche Vorschriften und verwaltungsrechtliche Anforderungen informieren.
Wer auch immer hier das Anglerlatein zum Besten gibt, das wird sich in nächster Zeit zeigen. Eröffnung im Herbst 2014 wird im Internet verkündet. Daran will Lars Kühnel auch festhalten, seinen Angaben zufolge liegt er voll im Plan. Die Baufirmen wären alle vertraglich gebunden und warten nur auf den Startschuss. Bisher ist allerdings von den anstehenden Veränderungen kaum etwas zu entdecken. Einzig am geplanten Hauptzugang von der Lockwitztalstraße wurde schon mal ein Zufahrtsweg angelegt und das Grundstück eingezäunt.
Den Anwohnern und den Niedersedlitzern stellen sich angesichts dieses Projekts schon jetzt eine Reihe von Fragen. Was passiert beim nächsten Hochwasser des Lockwitzbachs? Wie vereinbart sich das alles mit dem Hochwasserschutz? Was passiert mit den Dankelmann-Teichen – Zutritt nur noch für zahlende Kundschaft? Lars Kühnel hat auf alle Fragen eine Antwort parat und seine Auskünfte zeugen davon, dass er durchaus über die bestehenden Probleme in diesem Gebiet Bescheid weiß und sich der aufkommenden Bedenken bewusst ist. Seine Antworten auf die drängendsten Fragen können Sie hier in den nächsten Tagen lesen.

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