schrieb schon vor mehr als 2000 Jahren der römische Dichter Horaz, als er mit der Bemerkung „Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen" feststellte – viel Aufwand, wenig Nutzen. So jedenfalls stellt sich die Situation vor Ort dar, wenn es um den Hochwasserschutz am Lockwitzbach geht. Oben auf dem Berge – da sieht man das jedoch ganz anders.
Anfang des Jahres organisierte der Heimatverein Niedersedlitz eine Petition an den sächsischen Landtag, nachdem die für den Lockwitzbach zuständige Behörde sich geweigert hatte, den Anwohnern in einer Versammlung direkt Rede und Antwort zu stehen. Jetzt hat der Heimatverein eine Antwort erhalten. Wenig überraschend wird darin das Anliegen, das von rund 800 Mitbürgern unterstützt wurde, vollumfänglich abgeschmettert und im besten Amtsdeutsch festgestellt: Der Petition kann nicht abgeholfen werden. In einer fünfseitigen Begründung wird dann ausführlich dargelegt, wie fleißig doch die Landestalsperrenverwaltung in den zurückliegenden 12 Jahre war, dass sie doch oftmals auch gar nicht zuständig sei und die Anwohner sich doch gefälligst auch selbst helfen sollten.

Zahlreiche Maßnahmen werden aufgelistet, die im letzten Jahrzehnt im Namen des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach durchgeführt wurden – zumeist Säuberungen und partielle Erweiterungen des Bachbettes. Zusammenfassend stellt man fest: „Die notwendigen wasserbaulichen Maßnahmen an der Lockwitz sind weit fortgeschritten, ..." Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn etwas später wird erläutert, dass am Lockwitzbach insgesamt 45 Maßnahmen, davon 25 in Dresden vorgesehen sind. Derzeit sind daraus 17 Maßnahmen abgeschlossen, davon erst 2 in Dresden  - 12 Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser im Jahre 2002. Es wird also weitere 20 Jahre dauern, bis alle vorgesehenen 45 Maßnahmen umgesetzt sind – wenn man das enorme Tempo der letzte Jahre durchhält. 23 der 28 noch offenen Maßnahmen befinden sich dabei auf Dresdner Gebiet. Für das, allgemein als entscheidend angesehene, Hochwasserrückhaltebecken bei Lungkwitz stellt man 12 Jahre nach der Flut fest, dass es sich „noch in einer sehr frühen Phase" befindet. Außerdem wird bemerkt, dass seitens der LTV nachwievor das HRB Lungkwitz II „im Rahmen einer landesweiten Priorisierung von Hochwasserschutzmaßnahmen nicht als hochprioritär eingeordnet und daher erst langfristig realisierbar" wird. Wenn die Lockwitzbachanrainer beim nächsten Hochwasser wieder ihre Keller auspumpen, wird es sie trösten, zu lesen, dass die „zur Verfügung stehenden Kapazitäten der LTV" mit Projekten anderswo im Freistaat gebunden waren.
Auch einen weiteren Pegelmesser am Lockwitzbach hält man zwar nicht für notwendig, großzügiger weise soll dies dennoch überprüft werden.
Grundsätzlich wird zum Wunsch der Petenten Verständnis geäußert, will aber die Sachlage anders bewerten, als sie von den betroffenen Anwohnern in der Petition beschrieben wird. Deshalb wird man so weiter machen wie bisher. Einen Zeitpunkt für den Bau von Lungkwitz II kann man nachwievor nicht nennen. Abschließend hält man nochmals fest: „Die LTV ist vor Ort engagiert und arbeitet mit einem beträchtlichen Mitteleinsatz an einer Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Hochwassersituation an der Lockwitz ..." - Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen.
Der komplette Wortlaut der Begründung zur Ablehnung der Hochwasserpetition kann auf der Seite des Heimatverein Niedersedlitz nachgelesen werden.  

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