Angelparadies: Eröffnung im Herbst 2014 – das wird nichts mehr. Da stehen die Dresdner Behörden mächtig auf der Bremse und werfen dem Investor dicke Knüppel zwischen die Beine.
Als Lars Kühnel im Sommer dieses ehrgeizige Ziel für die Eröffnung seines Angelparadieses an den Danckelmann-Teichen verkündete, war er noch voller Optimismus. Inzwischen musste er erkennen, dass er die Arbeitsweise der städtischen Verwaltung deutlich unterschätzt hat. Im Sommer noch war in seiner Wahrnehmung alles ganz einfach, Genehmigungen nur noch Formsache und der Baubeginn nur noch eine Sache von Tagen. Da hatte er jedoch die Rechnung ohne die Dresdner Beamten gemacht. Zwar hatte er bereits im Dezember letzten Jahres seine Pläne bei den Ämtern vorgelegt - wie sich dann zeigte, waren da jedoch nicht alle Beamten dabei, die meinten, auch ein Wörtchen mitreden zu wollen.
Anfang November hatte Lars Kühnel nun endlich die Gelegenheit sein Konzept bei den Mitarbeitern von Umwelt- und Stadtplanungsamt, sowie der Landestalsperrenverwaltung detailliert vorzustellen – und hofft nun, dass jetzt wirklich alle Entscheidungsträger dabei waren. Die konnten seine Begeisterung jedoch so gar nicht teilen. Deutlich wurde ihm mitgeteilt, dass sein Vorhaben überhaupt nicht zu dem passt, was die Stadt seit vielen Jahren dort geplant haben will.

Für den interessierten Beobachter immerhin eine Erkenntnis: Aha, die Stadtplanung hat offenbar überhaupt ein Konzept für das verwilderte Gebiet rund um die Danckelmann-Teiche und den Mühlgraben. Aufgeschreckt von den Ideen des Lars Kühnel hat die Stadt schnell noch das Vorkaufsrecht für zwei Grundstücke an der Mühlenstraße ausgeübt und damit gehörig sein Gesamtkonzept verhagelt. Dort seien bereits seit 2006 Maßnahmen zum Hochwasserschutz und ein Biotop geplant, teilte dazu der Stadtsprecher Karl Schuricht der Sächsischen Zeitung mit. Nicht gesagt hat er allerdings, woher er plötzlich das Geld dafür aus dem leeren Stadtsäckel nehmen will und an welchem Sankt-Nimmerleins-Tag diese Ideen umgesetzt werden sollen – in den nächsten drei, vier Jahren wohl ziemlich sicher nicht. Also wird uns dort wohl auch weiterhin die Idylle von wildgewachsenen Dickicht und illegalen Müllablagerungen erhalten bleiben. Auch Lars Kühnel hatte dort in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund ein Biotop mit Naturlehrpfad geplant – was der Stadt keinen Cent gekostet hätte. Stattdessen muss er nun den bereits vollzogen Kauf der Grundstücke rückabwickeln und befindet sich nun mit den städtischen Behörden in bizarren Auseinandersetzungen über die Nutzung des Mühlgrabens, über die Anlage von Kläranlagen und anderem Kleinklein. Der von ihm beauftragte Landschaftsarchitekt ist in einer Art Ping-Pong damit beschäftigt, zahlreiche Nachträge zu erarbeiten, um immer wieder neu auftauchenden Anforderungen aus den Amtsstuben nachzukommen.
Aufgeben will Lars Kühnel jedoch noch nicht, hat er doch bereits viel Geld für die Planung, Entwürfe und erste Erschließungsarbeiten investiert. Allerdings ist er nach dem Behördentermin Anfang November deutlich ernüchtert. Gegenwärtig geht er davon aus, dass es noch mindestens ein Jahr dauern wird, bis die Genehmigung für sein geplantes Angelparadies an den Danckelmann-Teichen vorliegen könnte.
Solange will Lars Kühnel aber nicht mehr warten, um den zahlreichen interessierten Angelfreunden seine Dienstleistung anzubieten. Derzeit ist er deshalb auf der Suche nach anderweitigen Alternativen und hält Ausschau nach geeigneten Gewässern in der Umgebung, die er ohne langwierige Genehmigungsverfahren nutzen könnte. Er beteuert jedoch, das solle nicht das Aus für die Planungen an den Danckelmann-Teichen bedeuten – sondern nur eine Übergangslösung darstellen. Wie er diese – noch zu findenden Teichen – dann später weiternutzen will, das lässt er derzeit noch offen.
Ziemlich frustriert zieht er abschließend den Vergleich zu einem anderen Thema, dass derzeit im gesamten Dresdner Südosten heiß diskutiert wird, indem er feststellt: „Es dauert nur eine Tag über die Festlegung zahlreicher Asylbewerberheime zu entscheiden – wenn es jedoch um die Schaffung von Arbeitsplätzen geht, dann dauert es (in seinem Fall zumindest) Jahre." 

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