Ndsol News20141118 01

Eine Bürgerinitiative besorgter Niedersedlitzer Anwohner lädt für den 22. November um 10 Uhr zahlreiche Lokalpolitiker der im Dresdner Stadtrat vertretenen Fraktionen von CDU, Linke, SPD, Grüne, AfD und FDP; die gewählten Stadträte des Wahlkreises Dietmar Hassler (CDU), Jens Genschmar (FDP) und Detlev Cornelius (AfD); Vertreter aus den Ortsbeiräten von Prohlis und Leuben; die Leiterin des Sozialamts Frau Dr. Cordts - sowie Vertreter von Presse und Rundfunk zu einem Vor-Ort-Gespräch an den geplanten Standort des Asylbewerberheimes an der Heidenauer Straße 49 ein. Während der Veranstaltung wollen die Bürger ihren gewählten Volksvertretern und den zuständigen Bearbeitern in der Dresdner Stadtverwaltung die, ihrer Meinung nach, ungeeignete Wahl dieses Standortes vor Augen führen und in einer sachlichen Diskussion ihre Bedenken und Nöte erläutern.

Seit die Stadtverwaltung Anfang November die geplanten Standorte für 12 neue Asylbewerberheime bekannt gab, gibt es heiße Diskussionen darüber in den betroffenen Stadtteilen. Die Hälfte der neuen Heime sollen im Dresdner Südosten, in den Ortsamtsbereichen Prohlis und Leuben eröffnet werden. Die betroffenen Anwohner sind verunsichert und kritisieren vor allen die Informationspolitik der Stadtverwaltung. Erst als die Planungen schon abgeschlossenen waren, gelangte das Vorhaben durch Pressemeldungen an die Öffentlichkeit – nachdem bereits seit einem Jahr (über alle Wahlen dieses Jahres hinweg) in der Verwaltung daran gearbeitet wurde.
Als die fertigen Pläne dann in den Sitzungen der Ortsbeiräte von Prohlis und Leuben durch die Leiterin des Dresdner Sozialamtes vorgestellt wurden, platzen die Säle aus allen Nähten, die Stimmung war aufgeheizt und Zwischenrufe unterbrachen die Ausführungen. Platte Parolen, aber auch ernsthafte Sorgen der Anwohner waren zu hören.
In einem ehemaligen Bürokomplex an der Heidenauer Straße sieht die Stadtverwaltung die größte aller geplanten Unterkünfte vor. Bis zu 150 Asylsuchende sollen dort unterkommen. Die Sozialamts-Leiterin bezeichnete dieses Heim als besonders wichtig, weil hier alle Flüchtlinge, die Dresden zugewiesen werden, zunächst unterkommen sollen. Um Konflikte in den Heimen zu vermeiden, sollen sie hier zuerst überprüft werden, bevor sie in der Stadt verteilt werden, wobei die Anzahl der Bewohner eines Heimes auf maximal 65 begrenzt bleiben soll.
Die Wahl des Standortes für dieses Durchgangsheim an der Heidenauer Straße stößt bei den Anwohnern in Niedersedlitz auf massive Kritik. Die geplante Unterkunft liegt direkt an einem Schulweg, den zahlreiche Grundschüler auf ihren Weg in die 90. Grundschule täglich bewältigen müssen. Die betroffenen Eltern machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder und befürchten Schwierigkeiten. Ausgerechnet hier verstößt die Stadt gegen ihr eigenes Sicherheitskonzept, plant mit deutlich mehr Bewohnern verschiedenster Nationalitäten, die erst hier überprüft werden sollen. Die Anwohner befürchten darin großes Konfliktpotential. Hinzu kommt, dass der Gebäudekomplex unmittelbar zwischen zwei Umspannwerken mit zahlreichen Hochspannungsleitungen und direkt an der Eisenbahnlinie zwischen Dresden und Pirna liegt. Beides birgt auch für die Asylbewerber zahlreiche Gefahren und Gesundheitsgefährdungen. Einheimische erhalten dort deswegen keine Baugenehmigungen, für Flüchtlinge bezeichnet Sozialbürgermeister Seidel den Standort jedoch als geeignet. Weitere Kritikpunkte, die den Standort in den Augen der Niedersedlitzer als ungeeignet erscheinen lassen, sind die unzureichende Beleuchtungssituation und die weiten Entfernungen zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs.
Dabei gibt es mindestens zwei Alternativen im Ortsamtsbereich, die den Einwohnern geeigneter erscheinen und deren Eigentümer einer Nutzung als Asylbewerberunterkunft durchaus offen gegenüber stehen. Doch davon will man in der Dresdner Stadtverwaltung nichts hören, auf die offiziell eingereichten Vorschläge gibt es nicht einmal eine Antwort. Dort will man offensichtlich das Thema möglichst lautlos und unverändert dem Stadtrat am 11. Dezember zur Abstimmung vorlegen.
Dagegen jedoch treten die Initiatoren der geplanten Veranstaltung am 22. November auf den Plan. Sie wehren sich dagegen, dass derart weitreichende Entscheidung über ihre Köpfe hinweg entschieden werden sollen und fordern ihre gewählten Volksvertreter auf, sich für ihre Interessen einzusetzen. Dazu wollen sie den Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern die Situation an der Heidenauer Straße und ihre Bedenken bei einem offenen Gespräch erläutern. Vertreter des Sozialamtes sollen Gelegenheit bekommen, die Wahl dieses Standortes im direkten Dialog mit den Anwohner zu erklären.

  • Ihre Werbung auf Niedersedlitz-Online

  • Heimatverein Niedersedlitz