Im Ergebnis der Hochwasserpetition, mit der der Heimatverein Niedersedlitz vor mehr als einem Jahr die Landesregierung zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach aufforderte – und die von rund 800 Mitbürgern unterstützt wurde, sah sich die Landestalsperrenverwaltung (LTV) veranlasst, die „kleine Lösung" eines Rückhaltebeckens am Ortsausgang von Dresden zu prüfen. Ein eigentlich vorgesehenes großes Rückhaltebecken in Lungkwitz soll die Anwohner in Lockwitz, Niedersedlitz und Zschachwitz vor einem 100jährigen Hochwasser schützen. Dafür fehlen jedoch nachwievor sämtliche Planungen und finanzielle Mittel, so dass auch im nächsten Jahrzehnt nicht damit zu rechnen ist. Deshalb hatten Anwohner Anfang letzten Jahres vorgeschlagen, auf einer Wiese im Lockwitzgrund ein kleines Rückhaltebecken zu errichten. 300.000 Kubikmeter Wasser könnten dort zurückgehalten werden, ungefähr 2 Mio. EUR würde der Bau kosten – so hatten die Initiatoren geschätzt. Damit könnten die Anwohner des Lockwitzbaches vor einem Hochwasser geschützt werden, wie es statistisch alle 25 Jahre auftritt. Auch der Eigentümer der Wiese hatte seine Unterstützung zugesagt.

Nun hat die Landestalsperrenverwaltung den Vorschlag endgültig abgeschmettert. Betriebsleiter Eckehard Bielitz teilte dazu mit, das Rückhaltebecken wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll, wäre nicht kurzfristig zu realisieren und kaum wirksam. Stattdessen wird wieder auf die Fata Morgana eines großen Rückhaltebeckens in Lungkwitz verwiesen, ohne jedoch dort irgendwelche Fortschritte bei Planung und Finanzierung vorweisen zu können. Aktuell will man der Hochwassergefahr mit dem Verschneiden von Bäumen und Rasenmähen im Uferbereich begegnen und behördenübergreifend gemeinsam mit der Stadtverwaltung lokale Maßnahmen umsetzen. So soll die Böschung an der Bosewitzer Straße erhöht werden und das Bachbett im Bereich der Randsiedlung verbreitert werden. Auch dafür kann er jedoch keine Termine nennen.
Während die LTV also hier nicht mal kleckert - für den Hochwasserschutz am Lockwitzbach nicht einmal 2 Mio. EUR erübrigen kann und die Anwohner weiterhin mit ihren Sorgen alleine lässt - wird anderswo richtig geklotzt. Seit Jahren werden für den Hochwasserschutz inzwischen mehr als 30 Mio. EUR in die Weißeritz versenkt, und weitere sollen folgen. Dort wird das Flussbett um rund 1,50 Meter vertieft. 2016 soll ein erster Abschnitt beendet sein, 2018 ein weiterer beginnen. Mit Abschluss der Arbeiten soll die Weißeritz dann für ein Hochwasser gerüstet sein, wie es statistisch einmal in 500 Jahren auftritt. Während sich die Anwohner also dort - statistisch - in den nächsten 5 Jahrhunderten beruhigt zurücklehnen können, lässt die LTV die Niedersedlitzer in dieser Zeit 20 Mal ihre Keller auspumpen. Ist das verhältnismäßig?

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