Am 17. Juni jähren sich die als „Volksaufstand in der DDR" von 1953 in die Geschichte eingegangen Demonstrationen und Streiks gegen Normerhöhungen und Versorgungsmängel zum 62. Mal. Von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland zum Gedenken an diesen Volksaufstand gesetzlicher Feiertag. Auch die Stadt Dresden hat im Gedenken an die Ereignisse im Jahr 2003 die Niedersedlitzer Straße vor dem ehemaligen Sachsenwerk-Hauptgebäude in „Straße des 17. Juni" umbenannt. Seit 2013 erinnert nun der Heimatverein Niedersedlitz alljährlich mit einer kleinen Gedenkstunde insbesondere an die Ereignisse, die in den Niedersedlitzer Großbetrieben Sachsenwerk und SBS stattfanden. Wie niedersedlitz-online.de bereits berichtete, hat sich der Heimatverein in diesem Jahr dazu den gemeinnützigen Verein Denk Mal Fort! ins Boot geholt.
Nichts gemeinsam hat diese Feierstunde des Heimatvereins mit den Ereignissen, die vermutlich wenig später Niedersedlitz in den Focus der Berichterstattung rücken werden!
Seit einigen Jahren sind die Gesinnungsgenossen vom rechten Rand unter Federführung der NPD bestrebt, die Ereignisse des 17. Juni für ihre Ziele und Ansichten zu vereinnahmen – da sie am 13. Februar damit aufgrund umfangreicher Proteste gescheitert sind. Nachdem sie nun auch dabei in den letzten Jahren im Dresdner Stadtzentrum auf Gegenwehr der, nicht weniger radikalen Protagonisten vom linken Rand gestoßen sind – wollen sie in diesem Jahr nun an den Stadtrand ausweichen. Die rechte NPD hat für den Abend des 17. Juni eine Demonstration in Niedersedlitz am Sachsenwerk angekündigt. Und die linke Antifa mobilisiert bereits, um mit Blockaden und Protesten dagegen zu halten. Es steht zu befürchten, dass Polizeieinsätze, Verkehrsbehinderungen und Absperrung das Geschehen in Niedersedlitz am Mittwochabend bestimmen und Pressemeldungen unseren Stadtteil wieder in einem falschen Licht darstellen werden.
Die Niedersedlitzer gedenken ihrer Geschichte ohne revisionistische Hintergedanken. Zu keiner Zeit hatten die Niedersedlitzer Aktivisten des 17. Juni 1953 Ziele, die die rechten Geschichtsverdreher ihnen heute gern andichten wollen. Ebenso wenig ist es hilfreich, wenn linke Vereine Niedersedlitz als rassistische Nazi-Hochburg verunglimpfen, nur weil die Niedersedlitzer bei demokratischen Wahlen mehrheitlich anders wählen, als die Neustädter Alternativen. So werden sie Zustimmung und Unterstützung der Niedersedlitzer nicht gewinnen.
Niedersedlitz braucht keine Demo-Touristen – weder vom rechten noch vom linken Rand!

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