Am Rande des deutschen Bermudadreiecks zwischen Hamburg, Berlin und Stuttgart, in dem immer wieder riesige Investitionen versenkt werden und Terminpläne auf geheimnisvolle Art verschwinden, hat Niedersedlitz wieder mal das Rennen gemacht. Im Wettlauf voller Pleiten, Pech und Pannen zwischen Elbphilharmonie, Hauptstadtflughafen und Bahnprojekt S21 hat der Umbau des Spielplatzes an der Mühlenstraße nun doch den Sieg davon getragen und einen kaum noch zu erwartenden Abschluss gefunden.
Bundes-Mutti und Landesvater, Winke-Onkel und Grüß-August haben es sich nicht nehmen lassen, zu diesem historischen Moment gerade etwas anderes vor zu haben. Und so war es an Hilfsarbeiter Emil Karrschube, nachdem er den letzten Absperrzaun verladen hatte, dieses epochale Ereignis mit bewegenden Worten zu würdigen, indem er aussprach, was alle Anwesenden bewegte: „Fertsch – hätsch ni gedachd!“.

Niedersedlitz-online.de hatte wiederholt über das Drama auf der Niedersedlitzer Endlos-Baustelle berichtet. Vor mehr als 2 Jahren, als die Bauarbeiten angekündigt wurden, war zunächst von Reparatur und Instandsetzung die Rede. Als Ende 2014 der Spielplatz gesperrt wurde und die Bauarbeiten begannen, war davon keine Rede mehr. Stattdessen wurde alles weggebaggert, das Tunnelsystem sei marode gewesen und nicht mehr zu retten, hieß es aus der Stadtverwaltung - im Mai oder Juni 2015 wollte man aber fertig sein. Doch dann kam, ganz unerwartet und überraschend, der Winter und auf dem aufgeweichten Untergrund ging bis April 2015 nichts mehr. Als es dann endlich weiter ging, war es schon wieder vorbei. Baustopp – das sorgfältig ausgewählte Baumaterial erwies sich als ungeeignet. Den ganzen letzten Sommer lang tüftelte man über einer Lösung. Die Experten fanden dann schon im August 2015 ganz überraschend heraus: Beton sollte geeignet sein! Bereits Mitte November letzte Jahres wurden die neuen Bauteile dann geliefert. Mussten sie erst noch reifen, oder war es der zurückliegende strenge Winter – bis sie verbaut wurden, musste es jedenfalls erst wieder Frühling werden. Jetzt ist Gras über die ganze Sache gewachsen, vor einigen Tagen wurde es gemäht, die Absperrungen sind verschwunden und der Wieder-Inbesitznahme durch die Niedersedlitzer Kinder zum heutigen Kindertag steht nichts mehr im Wege. Fertsch – hätsch ni gedachd!

 

  • Heimatverein Niedersedlitz

  • Ihre Werbung auf Niedersedlitz-Online