20100113... wurde der Heimatverein Niedersedlitz gegründet.

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Anfang 2010 fanden sich 12 Niedersedlitzer Einwohner zusammen, die ihr gemeinsames Interesse an der historischen und der aktuellen Entwicklung ihres Stadtteils vereinte. Sie beschlossen den "Heimatverein Niedersedlitz e.V." zu gründen. Den Anstoß für die Vereinsgründung gab der Ur-Niedersedlitzer Gerhard Krause, der einst noch Mitglied im Gemeinderat der ehemals selbständigen Gemeinde vor der Eingemeindung im Jahre 1950 war. Seit vielen Jahren sammelte er historische Dokumente und Bilder von Niedersedlitz. Doch auch andere bewahrten die Niedersedlitzer Geschichte, trugen Unterlagen und Zeugnisse aus der wechselvollen Geschichte ihres Dresdner Stadtteils zusammen und schrieben an einer Chronik. Über dieses gemeinsame Hobby kamen sie miteinander in Kontakt und beschlossen ihre Kräfte zu bündeln und einen Verein zu gründen, der sich mit der Bewahrung der Geschichte, der Pflege von Traditionen und der Bearbeitung aktueller Themen von Niedersedlitz befasst. Gemeinsam mit weiteren Gleichgesinnten trafen sie sich im Januar 2010 und hoben den „Heimatverein Niedersedlitz e.V." offiziell aus der Taufe.
Bereits mit der Vereinsgründung hatten sich die Mitglieder zum Ziel gesetzt, die Statue einer knienden Frau wieder nach Niedersedlitz zu holen. Die ehemalige Gemeinde Niedersedlitz hat diese Plastik in den 30er Jahren gekauft und bei der Errichtung der Parkanlage am Lockwitzbach dort aufgestellt. Auf Grund ihrer Erscheinung war sie unter den Niedersedlitzern bald als die „Nacksche von Niedersedlitz" bekannt. Nach der Eingemeindung baute die Stadt Dresden die Skulptur jedoch ab und stellte sie am Hepkeplatz auf. Anhand historischer Unterlagen und Fotos konnten die Mitglieder des Heimatvereins das Dresdner Grünflächenamt von ihrem Anliegen überzeugen. Der Verein erhielt die Zusage, dass die „Nacksche" wieder nach Niedersedlitz zurückkehren kann - sollte sich jedoch an den Kosten für die Restaurierung und Umsetzung der Statue, sowie der Wiederherstellung des historischen Umfeldes im Park beteiligen und rund 5000 EUR dafür aufbringen.
Um sich und das Anliegen unter den Anwohnern bekannt zu machen, beteiligte sich der Heimatverein mit einem eigenen Stand noch im gleichen Jahr am Niedersedlitzer Weihnachtsmarkt, den einige Gewerbetreibende bereits seit einigen Jahren rund um den Dorfplatz veranstalteten. Zahlreiche Niedersedlitzer Einwohner und Gewerbetreibende unterstützten in der Folgezeit mit ihren kleinen und großen Spenden die Idee. Weitere Unterstützung erfuhr der Heimatverein, als er im Herbst 2011 erstmals ein Parksingen am ehemaligen und zukünftigen Standort der „Nackschen" veranstaltete, bei dem die Niedersedlitzer zu einem Nachmittag mit Gesang und Tanz eingeladen waren. So konnte noch im Jahre 2011 das Vorhaben in Angriff genommen werden - die Statue wurde einem Restaurator übergeben und im Park begannen Arbeiten zur Wiederherstellung des historischen Rondells. Am 2. Juni 2012 war es dann soweit. Mit einem großen Volksfest begrüßten rund 400 Niedersedlitzer und Gäste im Beisein des 1. Bürgermeisters der Stadt Dresden die „Nacksche" wieder in ihrer Mitte.
Neben dieser Aktion hat sich der Heimatverein Niedersedlitz inzwischen auch mit zahlreichen anderen Aktivitäten in das gesellschaftliche Leben im Stadtteil eingebracht. So stellen Mitglieder des Heimatvereins jedes Jahr einen Kalender mit historischen Ansichten von Niedersedlitz zusammen, der stets in kürzester Zeit vergriffen ist. Historisch Interessierten wird ein Rundgang durch Niedersedlitz angeboten, bei dem sie allerlei Wissenswertes aus der Vergangenheit von Niedersedlitz erfahren können. Darüber hinaus informieren Vereinsmitglieder regelmäßig bei Vorträgen über die Ergebnisse ihrer Geschichtsforschungen. Mit einer Unterschriftensammlung setzte sich der Heimatverein 2012 erfolgreich für die Errichtung einer Tempo-30-Zone rund um die Niedersedlitzer Schule ein. Weniger erfolgreich war der Heimatverein 2014, als er die Sorgen zahlreicher Anwohner aufgriff und eine Petition an den sächsischen Landtag zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach einreicht, die von rund 800 Bürgern unterstützt wurde. Im Frühjahr jeden Jahres beteiligt sich der Heimatverein aktiv an der Dresdener Aktionswoche zum Frühjahrsputz und ruft auch die Niedersedlitzer Einwohner auf, sich an der Verschönerung ihres Wohnumfeldes zu beteiligen. Im Herbst jeden Jahres dagegen gedenkt der Heimatverein am Volkstrauertag der Niedersedlitzer Kriegsopfer mit einer stillen Feier. Ebenso erinnerte der Heimatverein mit einer Kranzniederlegung an die Ereignisse am 17. Juni 1953, die eng mit der Geschichte von Niedersedlitz verbunden sind. Mit den Einwohnern der Blumensiedlung feierte der Heimatverein 2012 das 100. Gründungsjubiläum ihrer Siedlung.2014 veranstaltet der Heimatverein erstmals eine Faschingsveranstaltung für die Kinder aus Niedersedlitz und Umgebung. Nach dem überwältigenden Erfolg soll diese Veranstaltung 2015 wiederholt werden und in der Folgezeit ebenso im Niedersedlitzer Veranstaltungskalender einen festen Platz finden, wie sich inzwischen das Parksingen am 3. Oktober und die Teilnahme am Weihnachtsmarkt am 1. Advent als jährliches Event etabliert hat.
Auch in der Zukunft hat der Heimatverein noch vieles vor. So beabsichtigt der Verein eine historische Schulfahne aus dem Jahre 1879 restaurieren lassen, die beim Ausräumen der Niedersedlitzer Schule für den derzeitigen Umbau auftauchte. Auch der Restaurierung des Gefallenendenkmals an der Bahnhofstraße möchte sich der Verein in den nächsten Jahren widmen. Darüber hinaus will sich der Heimatverein auch weiterhin aktuellen Themen und Problemen aus den Stadtteil stellen und sich für deren Lösung einsetzten.
Inzwischen haben sich dem Heimatverein Niedersedlitz zahlreiche weitere Interessenten angeschlossen. Der Verein zählt heute rund 30 Mitglieder, die sich mit ihrem Stadtteil verbunden fühlen und sich aktiv an der Gestaltung ihres Umfeldes beteiligen wollen. Weitere Mitstreiter sind aber auch weiterhin jederzeit willkommen.

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