Wenn Steine reden könnten

Grabsteine Niedersedlitzer Persönlichkeiten und deren Geschichten

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Nach wie vor auf großes Interesse stößt das Schicksal einer der größten Industrieruinen in Niedersedlitz. Zwischen Eisenbahnstecke und Straße des 17. Juni fristet die ehemalige Malzfabrik Niedersedlitz seit Jahrzehnten ein trauriges Dasein. Vor einiger Zeit machten Pläne einer Böblinger Immobilienfirma mit viel Erfahrung bei der Sanierung verfallener Bauten in Dresden für den Gebäudekomplex die Runde. Das öffentliche Interesse war so groß, dass die Firma die Öffentlichkeitsarbeit vorerst wieder einstellen musste. Auch bei den Liebhabern von sogenannten „Lost places“ ist die Ruine immer wieder Anziehungspunkt für nicht ungefährliche Entdeckertouren.
Gegründet wurde die Niedersedlitzer Malzfabrik einst durch die Gebrüder Pick.
Einer, der das Geschick und die Entwicklung der Niedersedlitzer Firma über viele Jahre mitbestimmte, war Josef Pick. Dessen Grab findet sich heute auf dem Urnenhain des Tolkewitzer Friedhofes.
Josef Pick wurde am 3. Dezember 1854 in Liebeschitz unweit von Leitmeritz, dem heutigen Litomerice, in Böhmen geboren. Er war das älteste Kind seiner Eltern Adolf Pick und Antonia geb. Grundfest. Er hatte 2 jüngere Brüder, Carl und Franz, sowie 2 Schwestern.

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Zu den, bis zum heutigen Tag auf dem evangelischen Friedhof Dresden-Leuben erhaltenen historischen Grabanlagen ehemaliger Niedersedlitzer gehört das Familiengrab von Johann Gottlob Schanze und seiner Frau.
Johann Gottlob Schanze war ein Gutsbesitzer in Niedersedlitz. Er gehörte zum ersten Schulvorstand der neugegründeten Niedersedlitzer Volksschule und er schenkte der Gemeinde Niedersedlitz das Grundstück für den Bau des ersten eigenen Schulgebäudes in Niedersedlitz.
Von jeher wurden die Niedersedlitzer Kinder nach Leuben in die Kirchschule geschickt. Mit einem neuen Schulgesetz in Sachsen wurde 1873 die Schule als selbständige Einrichtung neben die Kirche gestellt. Viele Gemeinden trennten sich danach von der alten Schule. Auch die Vertreter der Gemeinde Niedersedlitz erklärten im Jahre 1875, dass sie gewillt sind, sich von der Leubener Schule zu trennen und eine eigene Schule zu gründen. Man wählte einen Schulvorstand, dem der Pfarrer Georg Hünersdorf, der Fabrikbesitzer Otto Kauffmann, der Kohlenhändler Gottfried Ulbricht und die Gutsbesitzer Karl August Kaiser und Johann Gottlob Schanze angehörten. Bereits im gleichen Jahr begann die Errichtung des Schulgebäudes auf dem, vom Gutsbesitzer Schanze geschenkten Bauland und bereits ein Jahr später konnte es feierlich eingeweiht werden. Noch heute ist dieses erste Niedersedlitzer Schulgebäude erhalten – vielen langjährigen Niedersedlitzern ist das kleine Haus neben der heutigen eigentlichen Schule als Hortgebäude, Schulspeisung oder Pioniergebäude bekannt. Bei der derzeitigen Rekonstruktion und Erweiterung der Niedersedlitzer Schule wird das alte Schulhaus durch einen Verbindungsbau integriert und dient zukünftig der Schulverwaltung mit Sekretariat, Lehrerzimmer, Schulleiterbüro, Hortleitung und Arztzimmer.

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Eine der imposantesten historischen Ruhestätten auf dem evangelischen Friedhof in Dresden-Leuben ist das Familiengrab der Familie Kauffmann.
Im Mittelpunkt steht dabei der Grabstein von Otto Kauffmann.
Otto Kauffmann war der Gründer der chemischen Fabrik für Schamottewaren und Mosaikplatten in Niedersedlitz. Als er 1871 seine Fabrik an der einige Jahrzehnte zuvor erbauten Eisenbahnlinie nach Böhmen gründete, war Niedersedlitz noch ein kleines, unbedeutendes Dorf. Erst danach folgten ihm zahlreiche andere Unternehmen nach Niedersedlitz, so dass sich Niedersedlitz infolgedessen in den nächsten Jahrzehnten zur wichtigsten Industriegemeinde vor den Toren von Dresden entwickelte. Otto Kauffmann gilt deshalb als der bedeutendste Pionier der industriellen Entwicklung von Niedersedlitz.
Als Otto Kauffmann am 21. September 1900 starb, wurde er inmitten seiner schaffensfrohen Tätigkeit dem unter seiner Leitung erblühten Betrieb entrissen. Bereits im Herbst 1899 hatten sich bei ihm erste Anzeichen einer Krankheit gezeigt, die sich Anfang 1900 vermehrten und schließlich zu einem schweren Leiden führten. Im Alter von 55 Jahren wurde er dann im September durch einen sanften Tod erlöst.

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